Archiv der Kategorie: Finanzmärkte

SHAREHOLDER-VALUE-DENKEN NÜTZT WENIGEN UND SCHADET VIELEN


Prof. Dr. Britta Kuhn

Im Mainstream angekommen: Kritik am Shareholder-Value-Prinzip

Er wurde wie ein Heiliger verehrt: Alfred Rappaport, der 1986 den Gedanken populär machte, Aktiengesellschaften ausschließlich nach dem Ertragswert des Eigenkapitals zu steuern[1]. In aller Welt entwickelte sich dadurch die Maximierung des Aktionärsvermögens zum Maß aller Dinge. Geschäftsbereiche, deren Eigenkapitalrendite die ehrgeizigen Zielvorgaben nicht erreichten, wurden aufgegeben oder verkauft. Wer nicht „performte“, flog. Das galt auch für viele Beschäftigte. „Up or out“ lautete deshalb auch das neue berufliche Leitbild. Jack Welch machte es jahrelang mit unerbittlicher Härte vor: Zwischen 1981 und dem Jahr 2001 steigerte er General Electric‘s Marktwert von 13 auf 400 Mrd. US-Dollar[2].

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