OBAMAS SCHWESTER STÄRKT AFRIKAS KINDER


Britta Kuhn

Dr. Auma Obama stellte kürzlich ihre Sauti Kuu Foundation in Wiesbaden vor[1]. Eine beeindruckende Initiative einer umwerfenden Kenianerin, die Hoffnung für ganz Afrika gibt.

„Kinder brauchen starke Stimmen“

Die Referentin ist Barack Obamas Halbschwester. Der gemeinsame Vater hatte als kenianischer Stipendiat in Harvard studiert.[2] Anders als ihr weltbekannter Bruder wuchs Auma in Kenia auf und spricht dank ihres Germanistik-Studiums, das sie 1996 mit einer Promotion in Bayreuth abschloss, perfekt Deutsch. Als ihr Bruder US-Präsident wurde, nutzte sie ihre bisherigen Erfahrungen und den weltberühmten Namen, um ihre Vision von Afrikas Zukunft zu verwirklichen: „Handeln statt betteln!“ Die Sauti Kuu Foundation fördert seit 2009 Kinder in Kenia und dem Rest der Welt. Ihr Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die jungen Menschen sollen ihre Persönlichkeit entwickeln, dadurch ihr Potenzial erkennen, Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen und letztlich lernen, ein selbstbestimmtes Leben zu leben. „Es geht darum, diese Opferrolle abzulegen, in der sich viele sehen.“[3] Oder anders formuliert: „Armut ist keine Ausrede.“[4]

Projektstart in Kenia

Frau Obama begann in ihrer Heimatregion. Dort errichtete sie ein Zentrum für junge Menschen zwischen 4 und 25 Jahren. Sie lernen insbesondere die traditionelle Landwirtschaft Afrikas kennen, mit deren Hilfe sie sich langfristig (wieder) selbst versorgen und Überschüsse auf dem Markt verkaufen sollen. Damit könne auch die Abwanderung in die Städte gestoppt werden, wo die Zuwanderer doch nur in Slums, also viel weniger selbstbestimmt und entwurzelt lebten und letztlich bettelten. Elementar für den Erfolg sei natürlich, die Eltern einzubinden. Denn die Einheimischen wüssten eigentlich, was sich bräuchten und wie man ein gutes Leben führt. Eingeimpfte Konsumorientierung habe dieses Wissen lediglich überdeckt.

Zusammenarbeit mit „gesundekids“

Bekannte Sportler wie Dirk Nowitzky und Manuel Neuer setzen sich bereits für Obamas Stiftung ein. An einer Kooperation mit dem rotarischen Projekt „gesundekids“ reizt Frau Obama, dass auch in Kenia die Fehlernährung um sich greift. Wichtig für die Kinder in Kenia sei es auch, Teil einer großen Initiative zu sein und zu erkennen, dass Kinder im reichen Europa ganz ähnliche Probleme wie sie hätten und beim Thema gesunder Ernährung Unterstützung bräuchten. Einen unmittelbaren Austausch der Kinder, v.a. Reisen von Kenia nach Deutschland, lehnt sie aber ab. Darauf seien „ihre“ Kinder nicht vorbereitet.

Charistmatische Botschafterin Afrikas

Dass Auma Obama für ihr Engagement und ihr persönliches Auftreten bereits verschiedene Preise erhielt, erstaunt nicht. Sie spricht völlig frei und verkörpert die Kraft und Dynamik, die sie in Afrikas Kindern sieht und zur Blüte bringen will. Kein Hehl macht sie aus ihrer privilegierten Herkunft und Erziehung. Beides hätte ihr jedoch ein Luxusleben ohne gesellschaftliches Engagement oder eine hochbezahlte internationale Karriere ermöglicht. Umso beeindruckender, dass Frau Dr. Obama Afrikas Zukunft jenseits westlicher und asiatischer Almosen gestalten will.

Natürlich fragt sich, ob Sauti Kuu nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und die traditionelle Landwirtschaft die Bevölkerung wirklich ernähren kann. Afrikas Jugend explodiert ja munter weiter; Projekte zur Empfängnisverhütung sind offenbar eher gut gemeint als erfolgreich. Und die effektive Methode, vor allem Mädchen zu beschulen, um die Geburtenraten zu drücken, steckt noch in den Kinderschuhen. Aber jede Initiative ist besser, als staatliche Entwicklungshilfe in korrupten Regierungssystemen versickern zu lassen. Daran ließ auch die Referentin keinen Zweifel. „Gebt ihnen keinen Fisch, zeigt ihnen, wie man fischt!“ Sie wolle „einen Boden unter das Fass ohne Boden der westlichen Entwicklungshilfe ziehen“.[4]

Quellen:

[1] Veranstaltung im Rahmen des Rotary Clubs Wiesbaden und des rotarischen Projekts „gesundekids“ am 20.6.2017.

[2] Details zum familiären Hintergrund: Dietrich Alexander, „Obamas Schwester verrät die Wahrheit über den Vater“, Die Welt vom 18.12.2014, https://www.welt.de/politik/ausland/article135478924/Obamas-Schwester-verraet-die-Wahrheit-ueber-den-Vater.html (Zugriff 2.10.2017).

[3] Stiftungs-Flyer der Auma Obama Foundation Sauti Kuu, vgl. auch www.sautikuufoundation.org, SKF-Spendenkonto Sauti Kuu Foundation, IBAN: DE91700202700015105865.

[4] Zitiert nach: Holger Stunz, rotarisches Protokoll vom 21.6.2017.

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